Sechs Schritte vom Grenzstein bis zur Abnahme
Die meisten Fehler beim Zaunbau entstehen vor dem ersten Spatenstich. Ein Zaun steht dann zu hoch, zu nah an der Grenze oder auf dem Grundstück des Nachbarn. Wer die Schritte in dieser Reihenfolge geht, vermeidet das.
Grenze finden
Grenzsteine suchen und die Grenzlinie mit einer Schnur sichtbar machen.
Regeln prüfen
Höhe ohne Bauantrag, Bebauungsplan, Nachbarrecht und Ankündigung klären.
Zaunart wählen
Nach Zweck, Budget und Pflege entscheiden.
Material berechnen
Matten, Pfosten, Tore und Beton aus der Länge ermitteln.
Angebote vergleichen
Mindestens zwei Angebote für dieselbe Leistung einholen oder selbst bauen.
Abnehmen
Den fertigen Zaun mit Protokoll abnehmen und erst dann bezahlen.
Zuerst die Grenze finden
Ihr Zaun muss ganz auf Ihrem Grundstück stehen, außer Sie bauen ihn gemeinsam mit dem Nachbarn auf die Grenze. Wo die Grenze verläuft, zeigen die Grenzsteine an den Ecken. Spannen Sie zwischen zwei Steinen eine Schnur, dann sehen Sie die Linie.
Fehlt ein Grenzstein oder ist er verrückt, kann jeder Nachbar verlangen, dass der andere beim Setzen neuer Grenzzeichen mitwirkt. Die Kosten teilen beide zu gleichen Teilen. Ein Zaun, der auf dem Grundstück des Nachbarn steht, muss auf dessen Verlangen weichen, denn das Gesetz schützt nur Gebäude, die versehentlich über die Grenze gebaut wurden.
Die Regeln für Höhe und Standort klären
Vor dem Kauf klären Sie, was Ihr Zaun darf. Vier Regelwerke reden mit, und jedes kann den Plan ändern.
- Die Bauordnung Ihres Landes erlaubt im Ort in 14 Ländern einen Zaun bis 2 Meter ohne Bauantrag. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nennen keine Höhe, außerhalb des Orts brauchen Sie fast immer einen Antrag.
- Der Bebauungsplan oder eine Satzung der Gemeinde kann Höhe, Material und Farbe vorschreiben.
- Das Nachbarrecht Ihres Landes regelt, ob der Nachbar einen Zaun verlangen kann, welchen Abstand Sie neben Äckern halten und ob Sie den Bau ankündigen. In 7 Ländern kündigen Sie 2 Wochen bis 2 Monate vorher an.
- Steht ein Baudenkmal auf dem Grundstück oder daneben, brauchen Sie oft eine Erlaubnis der Denkmalbehörde.
Für Vorgarten und Ortsrand gelten bei der Zaunhöhe ohne Genehmigung Ausnahmen, in Hamburg etwa nur 1,5 Meter im Vorgarten. Fragen Sie bei der Gemeinde nach dem Bebauungsplan, bevor Sie bestellen.
Die Zaunart nach dem Zweck wählen
Soll der Zaun nur die Grenze zeigen oder Kinder und Tiere im Garten halten, reicht eine Doppelstabmatte oder Maschendraht. Soll er Blicke abhalten, brauchen Sie Sichtschutz aus Holz, Holzverbundstoff oder Aluminium. Die Preise liegen weit auseinander.
Nach Angaben des Zaunhändlers Zaundirekt kostet Maschendraht mit Pfosten 10 bis 25 Euro je Meter an Material. Eine Doppelstabmatte kostet 29 bis 70 Euro, Sichtschutz aus Aluminium 150 bis 280 Euro je Meter. Mit Montage kostet eine Doppelstabmatte nach Angaben von Blauarbeit 40 bis 120 Euro je Meter, je nach Höhe.
Material, Pfosten und Beton berechnen
Doppelstabmatten sind meist 2,5 Meter breit, die Pfosten stehen von Mitte zu Mitte rund 2,53 Meter auseinander. Teilen Sie die Länge der Strecke durch diesen Abstand und runden Sie auf, dann haben Sie die Zahl der Matten. Auf einer geraden Strecke brauchen Sie einen Pfosten mehr.
- Messen Sie jede gerade Strecke einzeln, von Ecke zu Ecke.
- Teilen Sie jede Strecke durch 2,53 Meter und runden Sie auf.
- Zählen Sie je Strecke einen Pfosten mehr als Matten, Ecken nur einmal.
- Planen Sie für jedes Tor zwei eigene, kräftige Pfosten.
- Rechnen Sie je Pfosten rund 40 Liter Beton, das sind grob 3 Säcke zu 25 Kilogramm.
Für 25 Meter gerade Strecke sind das 10 Matten und 11 Pfosten. Dazu kommen rund 440 Liter Beton, also etwa 34 Säcke. Die Löcher sind nach Angaben von Zaundirekt etwa 80 Zentimeter tief, mit 20 Zentimeter Kies unten.
Angebote vergleichen oder selbst bauen
Lassen Sie sich mindestens zwei Angebote nach einem Aufmaß vor Ort geben. Vergleichen Sie Posten für Posten, also Länge, Höhe, Pfosten, Fundamente, Tore, Entsorgung und Anfahrt. Ein Kostenvoranschlag ist nur eine Schätzung, verbindlich ist ein Festpreis.
Wer selbst baut, spart die Montage. Zaundirekt nennt dafür bei Doppelstabmatten 25 bis 45 Euro je Meter. Einen seriösen Zaunbauer erkennen Sie an fester Anschrift, Versicherung und einem Angebot nach Aufmaß. Fragen Sie bei Metallbaubetrieben vorher, ob sie Zäune setzen.
Den fertigen Zaun abnehmen
Ist der Zaun fertig, gehen Sie ihn mit dem Betrieb ab. Prüfen Sie jeden Pfosten mit der Wasserwaage, messen Sie die Höhe und öffnen Sie jedes Tor. Schreiben Sie jeden Mangel ins Protokoll, auch einen, den Sie schon kennen, sonst verlieren Sie Ihre Rechte daraus.
Mit der Abnahme beginnen die Fristen für Mängel, 5 Jahre bei Arbeiten an einem Bauwerk und sonst 2 Jahre. Bezahlen Sie per Überweisung und mit einer Rechnung, die den Arbeitslohn getrennt ausweist. Dann ziehen Sie 20 Prozent davon von der Steuer ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr.
Häufige Fragen
Was muss ich vor dem Bau eines Zauns klären?
Vor dem Bau eines Zauns klären Sie, wo die Grenze verläuft, wie hoch der Zaun ohne Bauantrag sein darf und ob ein Bebauungsplan etwas vorschreibt. Dazu kommen das Nachbarrecht Ihres Landes und die Leitungen im Boden. Erst dann bestellen Sie Material.
Muss ich den Zaunbau beim Nachbarn ankündigen?
Den Zaunbau müssen Sie in 7 Ländern beim Nachbarn ankündigen, 2 Wochen bis 2 Monate vorher. Das gilt etwa in Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen. In den anderen Ländern ist ein Gespräch trotzdem klug.
Wie viele Pfosten brauche ich für 25 Meter Doppelstabmattenzaun?
Für 25 Meter Doppelstabmattenzaun auf gerader Strecke brauchen Sie 10 Matten und 11 Pfosten. Die Pfosten stehen von Mitte zu Mitte rund 2,53 Meter auseinander. Jede Ecke und jedes Tor braucht eigene Pfosten.
Wer zahlt neue Grenzsteine, wenn sie vor dem Zaunbau fehlen?
Neue Grenzsteine zahlen beide Nachbarn zu gleichen Teilen, wenn einer von ihnen das Setzen verlangt. Jeder Nachbar muss dabei mitwirken. So regelt es das Bürgerliche Gesetzbuch.
Brauche ich für einen Gartenzaun eine Genehmigung?
Für einen Gartenzaun bis 2 Meter im Ort brauchen Sie in 14 Ländern keinen Bauantrag. Ein Bebauungsplan kann aber weniger erlauben, und außerhalb des Orts brauchen Sie fast immer einen Antrag. Fragen Sie vorher bei Ihrer Gemeinde.
