Die Versicherung zahlt nur für einen mitversicherten Zaun
Die Wohngebäudeversicherung schützt in erster Linie Ihr Haus. Ein Zaun gehört nicht automatisch dazu. In den Musterbedingungen der Versicherer sind weitere Teile des Grundstücks nur versichert, wenn die Police sie ausdrücklich nennt. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass Zäune, Carports und Gartenhäuser auf Wunsch gegen einen höheren Beitrag mitversichert werden können.
Sehen Sie deshalb in Ihren Vertrag, bevor der nächste Sturm kommt. Suchen Sie nach den Wörtern Zaun, Grundstücksbestandteile oder Nebengebäude. Steht dort nichts, ist Ihr Zaun vermutlich nicht versichert. Fragen Sie Ihren Versicherer, was der Einschluss kostet.
Sturm heißt mindestens Windstärke 8
Die Versicherung zahlt nicht für jeden starken Wind. Als Sturm gilt erst Wind ab Stärke 8, das sind mindestens 62 km/h. So steht es in den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Versicherer, und die Verbraucherzentrale nennt dieselbe Grenze.
Gibt es für Ihren Ort keine genaue Messung, kann die Versicherung trotzdem zahlen, wenn in der Umgebung ähnliche Schäden entstanden sind. Fotografieren Sie deshalb auch umgestürzte Bäume oder beschädigte Dächer in der Nachbarschaft. Notieren Sie Datum und Uhrzeit des Sturms.
Fällt der Baum des Nachbarn, haftet er nur bei Versäumnis
Ein Baum vom Nachbargrundstück drückt Ihren Zaun um. Ob der Nachbar zahlt, hängt davon ab, ob er sich um den Baum gekümmert hat. Nach Angaben des Verbands Wohneigentum NRW haftet ein Baumeigentümer nur, wenn er seine Pflicht zur Kontrolle und Pflege vernachlässigt hat.
War der Baum gesund und gepflegt und nicht erkennbar krank, gilt der Sturm als höhere Gewalt. Dann haftet niemand, und Sie tragen den Schaden selbst oder über Ihre Versicherung. Der Verband empfiehlt Baumbesitzern, ihre Bäume alle 6 Monate und nach jedem schweren Unwetter zu prüfen.
- War der Baum morsch, hohl oder hatte er tote Äste, die man sehen konnte, kann der Nachbar haften.
- Hat der Nachbar den Baum regelmäßig kontrolliert, haftet er in der Regel nicht.
- Melden Sie den Schaden trotzdem Ihrer Versicherung, wenn Ihr Zaun mitversichert ist. Sie prüft, ob sie sich das Geld beim Nachbarn zurückholen kann.
Steht der Baum auf Ihrem Grundstück und fällt auf den Zaun des Nachbarn, gilt dasselbe umgekehrt. Kontrollieren Sie Ihre eigenen Bäume deshalb regelmäßig.
Das tun Sie direkt nach dem Sturm
Die Verbraucherzentrale nennt für jeden Unwetterschaden dieselben Schritte. Wer sie einhält, bekommt sein Geld schneller.
- Melden Sie den Schaden sofort und wahrheitsgemäß Ihrer Versicherung.
- Fotografieren und filmen Sie den Schaden, bevor Sie aufräumen.
- Werfen Sie beschädigte Teile nicht weg, bis die Versicherung sie gesehen hat.
- Verhindern Sie weitere Schäden, sichern Sie etwa ein hängendes Zaunfeld.
- Folgen Sie den Anweisungen der Versicherung zur Reparatur.
- Holen Sie vor der Reparatur ein genaues Angebot ein.
Ein umgestürzter Zaun kann Menschen auf dem Gehweg gefährden. Sperren Sie die Stelle ab oder legen Sie lose Teile auf Ihr Grundstück, bis der Zaun repariert ist.
Wenn keine Versicherung zahlt
Ist der Zaun nicht mitversichert und haftet der Nachbar nicht, zahlen Sie die Reparatur selbst. Steht der Zaun genau auf der Grenze, teilen Sie die Kosten der Pflege mit Ihrem Nachbarn je zur Hälfte. Das gilt für jeden gemeinsamen Zaun auf der Grenze, solange beide ihn nutzen.
Beim Doppelstabmattenzaun lässt sich jedes Feld einzeln tauschen, eine Ersatzmatte kostet nach Angaben von Blauarbeit 25 bis 60 Euro. Ein neuer Pfosten mit Beton kostet nach Angaben der Plattform GoMacher 80 bis 180 Euro. Weitere Preise für Zaunreparaturen hängen von Zaunart und Schaden ab.
Vom Arbeitslohn der Reparatur ziehen Sie 20 Prozent von der Steuer ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Sie brauchen dafür eine Rechnung und eine Überweisung.
Häufige Fragen
Zahlt die Wohngebäudeversicherung einen umgestürzten Zaun?
Einen umgestürzten Zaun zahlt die Wohngebäudeversicherung nur, wenn der Zaun in der Police mitversichert ist. Nach den Musterbedingungen sind weitere Teile des Grundstücks nur versichert, wenn der Vertrag sie nennt. Zusätzlich muss der Wind mindestens Stärke 8 gehabt haben.
Ab welcher Windstärke zahlt die Versicherung einen Sturmschaden?
Einen Sturmschaden zahlt die Versicherung ab Windstärke 8, das sind mindestens 62 km/h. Gibt es für Ihren Ort keine Messung, reichen oft ähnliche Schäden in der Umgebung als Nachweis. Fotografieren Sie diese mit.
Wer haftet, wenn der Baum des Nachbarn auf meinen Zaun fällt?
Fällt der Baum des Nachbarn auf Ihren Zaun, haftet er nur, wenn er die Kontrolle und Pflege des Baums vernachlässigt hat. War der Baum gesund und nicht erkennbar krank, gilt der Sturm als höhere Gewalt. Dann zahlen Sie selbst oder Ihre Versicherung.
Was muss ich nach einem Sturmschaden am Zaun tun?
Nach einem Sturmschaden am Zaun melden Sie den Schaden sofort Ihrer Versicherung und fotografieren ihn vor dem Aufräumen. Bewahren Sie beschädigte Teile auf und sichern Sie lose Zaunfelder. Holen Sie vor der Reparatur ein Angebot ein.
Wer zahlt den Sturmschaden an einem Zaun auf der Grenze?
Den Sturmschaden an einem gemeinsamen Zaun auf der Grenze zahlen beide Nachbarn je zur Hälfte, wenn keine Versicherung einspringt. Das Bürgerliche Gesetzbuch verteilt die Kosten der Pflege eines solchen Zauns gleich. Prüfen Sie vorher, ob einer von Ihnen den Zaun versichert hat.
