Die Holzart entscheidet über die Haltbarkeit
Holz fault, wenn es lange feucht bleibt. Am stärksten trifft das die Pfosten, weil sie in der feuchten Erde stecken. Der Deutsche Holzschutzverband teilt Holzarten deshalb nach einer Norm in 5 Klassen ein, je nachdem, wie lange sie im Kontakt mit der Erde halten.
Die beste Klasse hält im Kontakt mit der Erde über 13 Jahre, die schlechteste unter 3 Jahre. Eiche liegt mit 8 bis 13 Jahren in Klasse 2. Fichte liegt mit 3 bis 5 Jahren in Klasse 4. Lärche, Douglasie und Kiefer liegen zwischen Klasse 3 und 4, also bei 3 bis 8 Jahren.
| Klasse | Haltbarkeit im Kontakt mit der Erde | Holzarten |
|---|---|---|
| 1, sehr dauerhaft | über 13 Jahre | Robinie zum Teil |
| 2, dauerhaft | 8 bis 13 Jahre | Eiche, Robinie zum Teil |
| 3, mäßig dauerhaft | 5 bis 8 Jahre | Lärche, Douglasie und Kiefer zum Teil |
| 4, wenig dauerhaft | 3 bis 5 Jahre | Fichte, Lärche, Douglasie und Kiefer zum Teil |
| 5, nicht dauerhaft | unter 3 Jahre | helles äußeres Holz aller Arten |
Die Werte gelten für den ungünstigsten Fall, also für Holz, das direkt in der Erde steckt. Latten und Bretter oberhalb des Bodens trocknen schneller ab. Der Verband betont, dass die Klassen Holzarten miteinander vergleichen und keine Garantie geben, denn Einbau und Standort spielen mit.
Nur das dunkle Kernholz hält lange
Ein Baumstamm hat innen das dunklere Kernholz und außen das hellere Splintholz. Der Holzschutzverband stuft das Splintholz bei allen Holzarten als nicht dauerhaft ein, also in die schlechteste Klasse. Eine Eichenlatte mit viel hellem Rand fault deshalb an diesen Stellen schnell.
Fragen Sie beim Kauf nach Holz ohne Splintholz, vor allem für die Pfosten. Für Holz im Kontakt mit der Erde reicht nach Angaben des Verbands nur das Kernholz der Klassen 1 und 2 ohne weiteren Schutz. Alle anderen Hölzer brauchen dort eine Behandlung.
Pfosten nicht ungeschützt in die Erde
Für Pfosten, die in der Erde stehen, empfiehlt der Deutsche Holzschutzverband nur Holz mit einer hochwertigen Kesseldruckimprägnierung. Dabei wird ein Holzschutzmittel in einem Kessel unter Druck tief ins Holz gepresst. Achten Sie auf das Gütezeichen RAL-GZ 411, das der Verband für solches Holz nennt.
Eine Alternative ist ein Pfostenschuh aus Metall. Er wird in Beton gesetzt, und der Holzpfosten wird darauf geschraubt. So berührt das Holz die Erde gar nicht. Der Verband nennt diese Lösung ausdrücklich.
- Sorgen Sie unter dem Pfosten für eine Schicht aus Kies oder Sand, damit Wasser abläuft.
- Vermeiden Sie stehendes Wasser rund um die Pfosten.
- Befreien Sie den Zaun regelmäßig von Erde und Schmutz und im Herbst von Laub.
So planen Sie einen Holzzaun
Ein Holzzaun aus Feldern hat Querriegel, an denen die Latten sitzen. Der Holzschutzverband nennt als übliche Längen 2, 2,5 und 3 Meter. Teilen Sie die Pfostenabstände möglichst gleichmäßig auf, dann sehen die Felder einheitlich aus.
- Messen Sie die Strecke und teilen Sie sie in gleich lange Felder von 2 bis 3 Meter.
- Setzen Sie die Pfosten etwa 7 bis 9 Zentimeter hinter die Grenze, so stehen Riegel und Latten genau an der Grenze.
- Lassen Sie die Pfosten etwa 5 Zentimeter niedriger als den Zaun enden.
- Graben Sie die Löcher und füllen Sie unten Kies oder Sand ein.
- Setzen Sie die Pfosten in Beton oder auf einen Pfostenschuh.
Für Holzzäune nennen die Zaunhändler und Vermittlungsportale keine festen Preise je Meter, weil Holzart, Stärke und Behandlung zu stark schwanken. Holen Sie dafür mindestens zwei Angebote ein. Wer weniger pflegen will, findet andere Zaunarten aus Metall oder Holzverbundstoff.
Altes Zaunholz ist Sondermüll
Kesseldruckimprägniertes Holz hält länger, muss am Ende aber besonders entsorgt werden. Die Altholzverordnung ordnet behandeltes Holz aus dem Garten der höchsten Klasse zu, das ist gefährliches Altholz. Sie dürfen es nicht im Kaminofen verbrennen.
Häufige Fragen
Welches Holz hält als Zaunpfosten am längsten?
Am längsten halten Pfosten aus Robinie und Eiche. Robinie liegt nach Angaben des Deutschen Holzschutzverbands in Klasse 1 bis 2, also bei 8 bis über 13 Jahren im Kontakt mit der Erde. Eiche hält dort 8 bis 13 Jahre.
Wie lange hält ein Zaun aus Lärche?
Ein Zaun aus Lärche hält im Kontakt mit der Erde 3 bis 8 Jahre, weil Lärche in Klasse 3 bis 4 liegt. Latten oberhalb des Bodens halten länger als Pfosten in der Erde. Setzen Sie Pfosten aus Lärche deshalb besser auf einen Pfostenschuh aus Metall.
Kann ich Holzpfosten direkt einbetonieren?
Holzpfosten können Sie einbetonieren, wenn das Holz kesseldruckimprägniert ist. Der Deutsche Holzschutzverband empfiehlt für Holz in der Erde nur solches Holz mit dem Gütezeichen RAL-GZ 411. Alternativ schrauben Sie den Pfosten auf einen einbetonierten Pfostenschuh.
Was bedeutet kesseldruckimprägniert?
Kesseldruckimprägniert heißt, dass ein Holzschutzmittel in einem Kessel unter Druck tief ins Holz gepresst wurde. So behandeltes Holz hält im Boden länger. Es gilt nach dem Gebrauch aber als gefährliches Altholz.
Wie lange hält ein Zaun aus Fichte?
Ein Zaun aus Fichte hält im Kontakt mit der Erde nur 3 bis 5 Jahre, denn Fichte liegt in Klasse 4. Mit kesseldruckimprägnierten Pfosten oder einem Pfostenschuh hält er länger. Unbehandelte Fichte eignet sich nicht für Pfosten in der Erde.
